Review: Walkera Rodeo 110 Mini FPV Racer

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Mike
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Review: Walkera Rodeo 110 Mini FPV Racer

#1

Beitrag von Mike » 02.06.2017, 14:54

Ja, ich habe ein Faible für Minis: sie fliegen sich aufgrund der geringen Masse besser und schnittiger, sind nicht teuer in der Anschaffung, bei einem Crash geht kaum etwas kaputt, Ersatzteile sind relativ günstig und sie sind handlich und transportabel. Sie fallen mit ihrem Gewicht unter 250g nicht unter die Kennzeichnungspflicht und dürfen bis zu einer Höhe von 30 Metern auch ohne Spotter (Begleitperson) per Videobrille geflogen werden.

Da ich mit dem KingKong 90GT (Review) für mich schon den idealen Micro Racer gefunden habe, war ich noch auf der Suche nach einem (etwas) grösseren Mini. Da ich schon längere Zeit u.a. den Walkera F210 fliege, musste ich mir unbedingt mal seinen kleinen Bruder holen - den

WALKERA RODEO 110 MINI FPV RACER

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Technische Details:

(*) 5800KV Brushless Motoren
(*) 600 TVL 40-Kanal 25mW / 200mW FPV Kamera
(*) OneShot125 ESCs
(*) Geschraubte 3-Blatt Racing Propeller
(*) Mit Walkera Receiver (Devo 7, Devo 10 etc.)
(*) Beliebiger Receiver anschliessbar (SBUS / PPM)
(*) Stromversorgung: 2S
(*) Gewicht: 148g (mit Akku)
(*) Flugzeit: 4.5 - 5 Minuten
(*) CleanFlight vorgeflasht
(*) Beeper vorhanden
(*) Zubehör: 1x 2S 850mAh Lipo, Ladegerät, 4x Ersatzpropeller

[O] Achtung Schnäppchenjäger: momentan (Juni 2017) ist der Rodeo bei Banggood noch mit 20% Rabatt zu haben - also ab 120 EUR (Normalpreis in DE: 195 EUR)! Allerdings sollte man sich beeilen, da nur noch wenige Coupons verfügbar sind!


Eindrücke
Allgemein Im Vergleich zum kleineren KingKong 90GT (ca. 80g) wirkt der Rodeo deutlich robuster - bringt aber auch mehr Gewicht mit. Wie schon beim F210, sind die Innereien des Quads extrem gut geschützt und im geschlossenen Gehäuse untergebracht. Man schraubt lediglich die Abdeckplatte unter dem Akku auf und hat Zugang zu allen wichtigen Teilen: dem Videosender, dem Flightcontroller und dem Stecker, mit dem die Kamera angeschlossen ist. Sämtliche elektronischen Komponenten sind, wie bei Walkera üblich, modular aneinander gesteckt und nicht verlötet oder verkabelt. Man sieht deshalb so gut wie keine Kabel im Inneren - das spart Gewicht und ist schön übersichtlich. Selbst die ESC sind gesteckt und nicht gelötet. Ein Wechsel der Regler dauert also nur Sekunden und benötigt keinen Lötkolben. So muss das sein!

Der Rodeo verfügt über eine helle, weisse Front-LED und zwei Status LEDs seitlich. Die beiden Diversity-Funkantennen sind nicht, wie noch beim F210, starr (weshalb sie bei diesem gerne abbrechen), sondern flexibel. Der Rodeo verfügt über vier Landebeine und der Rahmen macht ebenfalls einen sehr stabilen und unverwüstlichen Eindruck. Auf die geringe Masse des Rodeo heruntergerechnet müsste er fast unverwüstlich sein, so lange man nicht volldampf gegen eine Betonwand fliegt.

Durch den verbauten Beeper (den man sich auf einen Schalter der Funke legen kann) findet man ihn im hohen Gras recht einfach wieder - keine Selbstverständlichkeit, da viele Hersteller hier mittlerweile mit einem Beeper geizen!
Propeller Die stabilen 3-Blatt Racing Props werden aufgesteckt und zusätzlich noch jeweils mit zwei kleinen Kreuzschlitzschrauben befestigt. Die Props wirken überaus stabil und halten einige Abstürze locker aus. Da die Befestigungsschrauben der Props allerdings etwas tief im Propeller liegen, benötigt man einen kleinen Kreuzschraubenzieher mit sehr dünnem Schaft (Durchmesser max 2.4mm). Sehr gut passt hier der Kreuzschraubendreher von Wera 118020 PH 00 (im Bauhaus). Leider habe ich noch nicht in Erfahrung bringen können, welche Steigung die Propellerblätter haben, was nützlich wäre, um sich nach günstigen Alternativen oder 4-Blatt oder gar 5-Blatt Props umzusehen. Sobald ich passende Ersatzprops gefunden habe, lasse ich es euch wissen.
Kamera Die 600TVL FPV Kamera ist stufenlos neigbar und wird durch zwei Kreuzschlitzschrauben festgehalten. Je strenger man diese anzieht, desto fester sitzt die Kamera, die durch eine stabile Haube geschützt ist. Leider bemerkt man auch hier den Trend vieler Hersteller, bei der Kamera zu sparen. Die Bildqualität der original Rodeo Cam ist die schlechteste, die mir bisher in meiner Laufbahn untergekommen ist: das Bild ist verwaschen, Hell- / Dunkelwechsel verkraftet die Cam kaum und bei Loops und Rolls passiert es immer wieder, das der Boden plötzlich eine einzige schwarze Fläche ist.

Gottseidank gibt es hier einen brauchbaren Ersatz: die 1000TVL von Banggood ist für knapp über 15 EUR erhältlich, passt perfekt in das Kameragehäuse des Rodeo, bietet ein grösseres Blickfeld, ein scharfes Bild und brillante Farben. Die original Cam durch die 1000TVL zu ersetzen ist also das erste, was man tun sollte!

Der 40-Kanal Videosender kommt in zwei Varianten: einer CE Version mit 25mW, sowie einer FCC Version mit 200mW. Die FCC Version des Rodeo erkennt man an einem kleinen weissen Aufkleber an der Unterseite, auf dem TX5836 steht. Aber auch die 25mW Version lässt sich auf 200mW hochschrauben, indem man 30 Sekunden lang den kleinen Button auf dem Videosender drückt. Drückt man zuerst 30 Sekunden auf den Button und dann jeweils 2x kurz, lässt sich das Frequenzband wechseln. Der Kanal selbst wird mit drei kleinen Switches eingestellt (eine Tabelle der Frequenzen und Schalterstellungen liegt dem Rodeo bei).
Akkus Dem Rodeo liegt ein Walkera 2S Lipo mit 850mAh bei, der gerade mal 47 Gramm wiegt. Wie gewohnt, bringen die original Walkera Akkus von allen hier die beste Leistung. Sämtliche Experimente mit SLS und anderen Lipos haben geringere Flugzeiten ergeben. Lediglich die günstigen 2S 850mAh von Hobbyking kommen bisher an die Original-Akkus ran und kosten mit grade mal 6 EUR / Stück nur halb so viel. Was allerdings die Lebensdauer angeht, werden die original Walkera Akkus aber wohl besser abschneiden.

Die Akkus werden an einem JST Stecker angeschlossen, was manche wohl kritisch sehen dürften, da es ohne die richtige Technik ein wenig Fummelei braucht, um die Stecker zu lösen. Ich wackle beim Rausziehen immer etwas hin- und her und habe hier keine Probleme. Vorteil des JST ist aber auch, das sich der Akku im Flug bzw. bei einem Crash garantiert nicht löst.
Empfänger Der Rodeo verfügt über einen Walkera Empfänger und ist mit allen Fernsteuerungen der Devo - Reihe kompatibel. Das Binden ging völlig problemlos. Es wird empfohlen, eine feste ID in der Funke für den Rodeo zu vergeben, das verkürzt den Bindevorgang, wie immer, deutlich.

Wie alle meine Kopter (auch die Nicht-Walkeras) fliege ich den Rodeo mit meiner Devo 10 (Review), auf der die Deviation Firmware installiert ist.

Wer bereits eine eigene Funke hat (FrSky Taranis etc.) kann auch einen eigenen Empfänger seiner Wahl in den Rodeo verbauen. Das ist recht simpel. Wie das geht, wird in diesem Video sehr gut erklärt.
Flugeigenschaften Zugegeben: ich bin hier nicht sehr neutral, da ich in letzter Zeit sehr oft mit dem KingKong 90GT Micro Racer fliege, der ja über fast kein Gewicht und somit kaum Masse verfügt. Dadurch fliegt sich der Kong wie auf Schienen. Im Vergleich zum Kong merkt man beim Fliegen des Rodeo dann schon, das er ein wenig mehr wiegt, klar. Das Schienen-Gefühl ist noch da, aber nicht mehr so deutlich wie beim Kong. Dafür entwickeln die Motoren des Rodeo aber eine ordentliche Power - ich war wirklich überrascht, wie schnell er mit Kamera am Anschlag ist. Der Speed des Rodeo kommt mir fast noch einen Ticken schneller vor, als der seines grossen Bruders (F210). Um das auszureizen, muss man die Kamera natürlich nach oben auf Anschlag stellen. Dann ist der Rodeo fast schon ein kleines Geschoss!

Steuern lässt er sich sehr gut - wie bei all meinen Racern habe ich mom. BetaFlight Version 3.1.6 geflasht. Die PIDs habe ich mir von nVentor geborgt (siehe hier), aber auch die BetaFlight Standard PIDs sollten sich hier sehr gut machen. Die Rates stelle ich gerne sehr hoch, so das die Steuerung ultra-responsiv ist. Und das kommt beim Rodeo sehr gut rüber.
Fazit
Optik:[O][O][O][O][o]
Verarbeitung:[O][O][O][O][O]
Flugeigenschaften:[O][O][O][O][o]
Preis / Leistung:[O][O][O][O][O] *
Zubehör:[O][O][O][O][o]
* Dieser Wertung wurde ein Preis von 120 EUR (Banggood) zugrunde gelegt. Wenn man ihn nur für die üblichen 190 EUR bekommen sollte, würde ich eher den kleineren KingKong 90GT bevorzugen, da er für ebenfalls 120 EUR perfekte Flugeigenschaften und einen hohen Spassfaktor mitbringt. Sind beide für den selben Preis erhätlich, wird die Entscheidung schon deutlich schwerer, hat der Rodeo doch mehr Power, einen ultrastabilen Rahmen und Propeller, die auch mal derbe Crashes aushalten.

Im Vergleich zum KingKong 90GT (der allerdings in die Micro-Klasse gehört, wogegen der Rodeo ein Mini ist), fliegt sich der Rodeo ein klein wenig behäbiger aufgrund des höheren Gewichts, hat aber mehr Punch und eine beeindruckende Endgeschwindigkeit, wenn man ihn voll ausreizt. Der Rodeo ist sowohl für Angänger, als auch Enthusiasten empfehlenswert. Die Flugzeit bewegt sich im unteren Durchschnitt, ist aber noch vertretbar. Der Rodeo punktet vor allem mit Robustheit, sowohl bei Gehäuse und Rahmen, als auch den Props. Er ist klein, leicht, wendig und gut zu transportieren - und dank des genialen Gewichts von gerade mal 148g (mit Akku) überall ohne Einschränkungen einsetzbar! Einziger wirklicher Kritikpunkt ist die maue FPV Kamera, die sich aber recht einfach durch die günstige 1000TVL ersetzen lässt, die ein deutlich brillanteres Bild liefert.

Grosses Plus: Der Rodeo trägt problemlos die Mobius Mini Kamera huckepack, die nur 27g(!) wiegt und mit der sich gestochen scharfe Aufnahmen in 1080p mit 60 FPS machen lassen!


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Grössenvergleich Rodeo 110 / KingKong 90GT

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[O] Modding-Tips (Akkus, LEDs etc.) folgen in Kürze!
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#2

Beitrag von Mike » 02.06.2017, 15:19

Akku Mod

Da ich mir gleich sechs Akkus für den Rodeo geholt habe, will ich die natürlich nicht alle einzeln laden. Hier empfiehlt sich ein Parallel Charging Board, mit dem man bis zu sechs Akkus gleichzeitig laden kann (Anleitung hier). Da die Rodeo Akkus ja nur eine Kapazität von 850mAh haben, reichen hier 5A Ladestrom für sechs Akkus locker aus.

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Parallel Ladeboard


Da die Akkus ja über einen JST-Stecker anstatt eines XT60-Steckers verfügen, habe ich mir sechs Adapterkabel gebastelt, somit ist es unnötig, an den Akkus selbst herumzulöten - (natürlich sollten alle angehängten Akkus über die gleiche Kapazität verfügen, also nicht wild mischen!). JST Buchsen und XT60-Stecker gibt es günstig bei Ebay.

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Adapterstecker

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#3

Beitrag von Mike » 02.06.2017, 15:25

LED Mod

Mit nur geringem Aufwand lassen sich auch Positionslicher / LEDs an den Rodeo anbringen. Ich habe mir dafür vier LEDs, zwei weisse und zwei rote vom Typ "LR1" von multiroto.com geholt. Die sind ultra-hell bei einem sehr geringen Stromverbrauch. Nachts und in der Dämmerung wird der Rodeo damit zu nem Hingucker - aber auch tagsüber oder im hohen Gras sind sie gut zu erkennen.

Die weissen LEDs habe ich vorne montiert, so gibt das ein einheitliches Bild mit der bereits vorhandenen weissen Frontleuchte des Rodeo.

Angeschlossen werden die LEDs an den 5V und GND Pin, die sich im Inneren des Rodeo finden lassen - dazu einfach nur die Abdeckplatte unter dem Akku abschrauben und schon hat man Zugang. Die Kabel der LEDs werden durch die Öffnungen geführt, an denen die ESCs angesteckt sind.

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Hier Video dazu samt Anleitung:

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Beitrag von Mike » 02.06.2017, 15:37

Kamera Mod

Da die original FPV Kamera des Rodeo ja wirklich recht mau ist, sollte man sie so schnell wie möglich durch eine andere ersetzen. Ich habe die 1000TVL von Banggood verbaut, die ein deutlich klareres und brillanteres Bild liefert. Die 1000TVL ist winzig und passt wie angegossen in den Kamerahalter des Rodeo:

Bild

Tatsächlich ist diese Cam mit nur 8x8mm extrem klein, liefert dafür aber ein tolles Bild und auch einen grösseren Blickwinkel. Der Unterschied ist mehr als deutlich:



Eine Latenz konnte ich nicht wahrnehmen, also absolut verzögerungsfrei! Aufpassen muss man nur bei den an der Kamera angelöteten Kabeln. Die Lötstellen an der Kameraplatine sind sehr fragil. Also bloss nicht an den Kabeln ziehen oder sie zu oft hin- und herbiegen! Ich habe die Lötstellen gleich mal mit einem Klecks aus der Klebepistole gesichert, damit die nicht zu sehr beansprucht werden.

Der Umbau ist eigntlich sehr einfach - man muss lediglich auf die richtige Pinbelegung des Kabels achten - der Einbau ist in folgendem Video von Merch, einem eingefleischten Rodeo Fan, recht gut zu sehen:

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Beitrag von Mike » 18.07.2017, 22:29

Mobius Mini Action Cam Halter für den Rodeo 110 zum Ausdrucken:

[O] Download (Thingiverse)

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